Der härteste Klassiker der Welt: Paris-Roubaix

Über Stock und Stein zum goldenen Pflasterstein.
Kopiert!
INHALT

Die Hölle des Nordens

Paris-Roubaix ist ein eintägiges Profi-Radrennen für Männer in Nordfrankreich, das nördlich von Paris beginnt und in Roubaix an der Grenze zu Belgien endet. Es ist eines der ältesten Radrennen der Welt und gehört zu den "Monumenten" der UCI WorldTour und absoluten Klassikern des europäischen Radsport-Kalenders. Das Rennen ist auch als Königin der Klassiker oder La Pascale bekannt. Es findet jährlich Ende April am Sonntag des Osterwochenendes statt.


Das Rennen beginnt nördlich von Paris in Compiègne, im Departement Oise. Das Rennen endet in der Stadt Roubaix im Departement Nord. Es ist berüchtigt für die für grazile Rennräder und Reifen Pflasterstraßen und geschotterten Feldwege im Norden von Paris, "die nicht mehr für den Verkehr, sondern nur noch für Viehtransporte - und für Radrennen - genutzt werden". Paris-Roubaix ist eines der prestigeträchtigsten Rennen im Radsport und gilt als eines der härtesten. Der Journalist Henri Desgrange, der Gründer und erste Renndirektor der Tour de France, nannte es auch die "Hölle des Nordens". Der Sieg bei diesem Rennen zählt zu den größten Erfolgen in der Karriere eines Radfahrers. Der Sieger des Rennens ist der erste Fahrer, der die Ziellinie in Roubaix überquert. Der Sieger erhält eine Trophäe in Form eines Kopfsteinpflasters.


Das 1896 erstmals ausgetragene und von Maurice Garin gewonnen. Das Rennen führt über 257 Kilometer Kilometer und Kopfsteinpflasterabschnitte - von denen es heute 29 mit einer Gesamtlänge von 52,8 Kilometern gibt. Der erste Abschnitt mit Kopfsteinpflaster wurde 1910 eingeführt, und seit 1912 findet das Rennen am Ostersonntag statt.


Wegen des Ersten Weltkriegs wurde das Rennen von 1915 bis 1918 und wegen des Zweiten Weltkriegs von 1940 bis 1946 nicht ausgetragen. Seit 1947 wird das Rennen jedes Jahr ausgetragen. Seit dem Ersten Weltkrieg wird das Rennen immer am ersten oder zweiten Sonntag im April ausgetragen und vom französischen Radsportverband organisiert. Im Jahr 1995 wurde das Rennen auf den ersten Sonntag im April verlegt, im Jahr 2001 jedoch wieder auf den zweiten Sonntag im April. Im Jahr 2007 wurde der Lauf wieder auf den ersten Sonntag im April verlegt.

A Sunday in Hell

Der Dokumentarfilm „A Sunday in Hell“ (https://www.youtube.com/watch?v=zxBTVU9JDrA) aus dem Jahre 1976 begleitet den französischen Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix der Saison 1976 und dokumentiert und betrachtet das Radrennen per Kamera in all seinen Facetten, Blickwinkeln, von Anfang bis Ende und darüber hinaus. Regisseur des nüchternen, und gerade dadurch an Spannungsbogen kaum zu übertreffende Dokumentarfilms, war der Däne Jørgen Leth. Der Film startet mit einer solch ruhigen Szene, die, ob der Ruhe und Dauer kein moderner Film mehr aushalten würde. Die Rennfahrer persönlich bereiten sich im kühlen Pariser Morgengrauen auf einen ihrer härtesten Tage im Jahr vor und präparieren ihre eigenen Drahtesel. 


Im Film ist man immer ganz nah dran am Geschehen, von den Vorbereitungen und Ritualen in der Morgendämmerung am Stadtrand von Paris über die Strapazen des Rennens mit besonderem Augenmerk auf einige prominente Radfahrer bis hin zum Endergebnis auf der Radrennbahn von Roubaix - gefolgt von den schmutzigen Fahrern beim Duschen. 


Der Fokus der filmischen Renn-Betrachtung liegt auf dem größten Radsportler aller Zeiten, Eddy Merckx. Dieser hat im Rennen jedoch mit Ausfällen und Problemen in seinem Team zu kämpfen, sodass der „Kannibale“ nach den Schotter- und Kopfsteinpflaster-Passagen gänzlich auf sich allein gestellt ist.


Doch nicht nur die Rennfahrer und ihre Teams werden betrachtet. Auch das Leben abseits der Strecke, das der Zuschauern und umliegenden Ortschaften, das nicht nur Werbetreibenden und Kneipen eine Bühne bietet, sondern auch vielerorts streikenden und protestierenden Franzosen, wird im Film mit ruhiger Stimme und Kamera beleuchtet, begleitet und ins Gesamt-Bild des Renn-Spektakels gesetzt.


Der Film wechselt dabei zwischen verschiedenen Aufnahmearten, um den für den Zuschauer am nächsten am Geschehen zu sein: Aufnahmen von Motorrädern, die, nah am Peloton auf der Straße, die Bewegung des Rennens vermitteln und Nahaufnahmen der Fahrer im Stil der Fernsehberichterstattung über Radrennen liefern; feste Kameras, die an strategisch wichtigen Punkten entlang der Strecke stationiert sind, wo die Zuschauer die Fahrer in Echtzeit vorbeifahren sehen und so einen klaren Überblick über den Abstand zwischen den Führenden und dem Hauptfeld gewinnen können; und das Auge der Hubschrauberaufnahmen für Landschaftsaufnahmen des Rennens.

Teilen

Auch interessant

Kaufe und verkaufe
dein Fahrrad bei cycle.de!